„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“

Seit dieser Zeit durchlebte die Feuerwehr Höhen und Tiefen. Sie erlebte auch im 20. Jahr- hundert den Aufstieg Gersthofens von einem schwäbischen Straßendorf zu einer Klein- stadt mit prosperierender Wirtschaft. In all den Jahren war es dem Geschick, der Flexibilität und dem guten Verhältnis zur Stadt Gersthofen zu verdanken, dass die Wehr stets mit den steigenden Anforderungen, welche das rasante Wirtschaftswachstum der Gemeinde mit sich brachte, Schritt halten konnte und sich heute als moderner und schlagkräftiger «Dienstleister» für die Sicherheit der Bewohner in und um Gersthofen zeigt.

Zeichnung einer alten Feuerspritze

Die Anfänge der Feuerwehr Gersthofen liegen vor über 170 Jahren. Bereits 1840 ist von einem Lösch-requisitengebäude die Rede

Zeichnung einer alten Feuerwehrspritze

Im Jahre 1865 schaffte die Gemeinde eine fahrba- re Druckspritze an. Diese wurde bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Gersthofen zusammen mit einer Schubleiter, vier Dachleitern und zwei ­Rettungsleitern von der Gemeinde an die Wehr übergeben. Die Gründungsversammlung fand am 29. September 1869 auf Anregung des Versicherungs- agenten und Gütlers Johann Dankel senior statt.

Auch der damalige Bürgermeister war ein großer Verfechter des organisierten Einsatzes von geschulten Löschmannschaften. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die 45 Gründungsmitglieder von denen 24 namentlich im Protokoll erwähnt sind, das Gemeindeoberhaupt zum ersten Vorstand des Vereines wählten. Der Kunstmühlenbesitzer Thomas Kirner fungierte als Kommandant. Die «Männer der ersten Stunde» bewiesen Stehvermögen. Erst 13 Jahre später erscheint in den Aufzeichnungen ein neuer Kommandant. Laut einer Meldung an das Bezirksamt war die Zahl der Mitglieder im Jahre 1882 bereits auf 75 angewachsen. Die Ausrüstung der Gersthofer Wehr wurde im Lauf der Jahre ständig verbessert. Im Jahr 1880 wurde eine Saugdruckspritze in Betrieb genommen, der 1890 eine Druckspritze und 1906 eine Schubleiter folgten.

Zahlreiche Brände hielten die Feuerwehr in den folgenden Jahren auf Trab. Mitte der 1930er Jahre wurde dann eine Magirus Motorspritze «Goliath III» angeschafft. Während der NS-Diktatur verlor die Feuerwehr Gersthofen den Charakter eines Vereines und wurde eine gemeindliche Einrichtung unter staatlicher Aufsicht. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde am 17. Mai 1946 ein neues Gesetz für das Feuerlöschwesen erlassen. Der damalige Landrat forderte alle Bürgermeister auf, Freiwillige Feuerwehren einzurichten. Die Neugründung erfolgte am 15. Juli 1949, doch liegen Berichte vor nach denen die Feuerwehr eigentlich nie zu existieren aufgehört hatte.

das wichtigste
in kürze:

  • 1840 Löschrequisitengebäude
  • 1865 fahrbare Druckspritze
  • 1869 Gründungsversammlung
  • 1880 Saugdruckspritze
  • 1890 Druckspritze
  • 1906 Schubleiter
  • 1935 Goliath III
  • 1949 Neugründung

LF 15 Magirus

Mit der Autobahn A8 und zunehmenden Verkehrsaufkommen kamen für die Gersthofer Wehr neue Aufgaben hinzu. Während die Zahl der Brände mehr und mehr abnahm, wuchs der Bereich der technischen Hilfeleistung sprunghaft an. Mit verbesserter Ausrüstung wurde den neuen Anforderungen Rechnung getragen. Am 21. Oktober 1951 wurde das erste Tanklöschfahrzeug TLF 15/50, Typ 3500, übergeben.

Zum 90jährigen Jubiläum 1959 konnte das Feuerwehrgerätehaus an der Ecke Bürgermeister-Lang-hans-Straße/Rotkreuzstraße eingeweiht werden, das aber Ende des 20. Jahrhunderts bei weitem nicht mehr den räumlichen Bedürfnissen der Wehr entsprach. Im Jahre 1994 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 125jähriges Bestehen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum wurde die neue Drehleiter DLK 23/12 (Metz) der Wehr übergeben.

  • 1951 Tanklöschfahrzeug TLF15/50
  • 1959 90 Jahre Jubiläum Feuerwehrgerätehaus Rotkreuzstraße
  • 1994 125 Jahre Jubiläum
    Drehleiter DLK23/12

Gerätehaus 1959

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Stadt Gersthofen und vorallem das dazugehörige Industriegebiet stetig weiter an. Das hatte zur Folge, dass neben dem Fuhrpark auch die Ausrüstung erweitert werden musste. Wegen der räumlichen Enge und den steigenden Anforderungen an Technik und Logistik wurde bereits Ende der 1980er Jahre mit der Planung für eine neue Feuerwache begonnen. Im Jahr 2000 wurde dann der endgültige Plan erstellt und nach langen Diskussionen um den geeigneten Standort erfolgte der erste Spatenstich am 18. Mai 2001.

  • 1980 Planung Feuerwache
  • 2000 Fertigstellung Plan
  • 2001 Spatenstich
  • 2003 Festakt Feuerwache

Feuerwache

Die feierliche Einweihung der Feuerwache Gersthofen wurde mit einem großen Festakt am 28. Juni 2003 gefeiert. An diesem Tag bezog die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen ihr neues Domizil an der Donauwörther Straße.